Neues aus dem Landtag

Entfesselung gesucht: Landesregierung bremst Städte aus

Marode Schulen, brachliegende Liegenschaften, verwitterte Straßen und eine unzureichende Breitbandversorgung. So sieht es heute in vielen Städten und Kommunen in Deutschland aus. Umso erstaunlicher finde ich die Haltung userer schwarz-gelben Entfesselungsregierung: Die hatte sich beschwert, dass viele Fördermittel von den Kommunen nicht abgerufen werden, weil die bürokratischen Hürden zu hoch seien. Im Wahlkampf mündete dies in der Entfesselungskampagne, Stichwort „Entbürokratisierung“.

Hilfe für klamme Kommunen

Nun, da die Landesregierung ihren Haushalt durchpeitscht, haben wir einen Änderungsantrag eingebracht, der diese Kritik konstruktiv aufnimmt und einen Lösungsvorschlag macht: Wenn die unter Sparzwängen ausgedünnten Stadtverwaltungen den für die Förderung von Bauvorhaben zur Sanierung von Schulen nötigen Planungsaufwand nicht leisten können, dann soll das Land angesichts der positiven Haushaltslage die Städte und Kommunen bei den Planungskosten unterstützen.

In unserem Antrag haben wir vorgeschlagen, den Kommunen 80 Millionen € zur Stemmung der Planungskosten bereitzustellen, um z. B. die notwendigen Stellen in der Bauverwaltung finanzieren zu können. Die Verteilung der Mittel verliefe nach dem bewährten Verteilungsschlüssel des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes, sodass keine neuer bürokratischer Ballast entstünde.

Eine vertane Chance für Leverkusen

Leverkusen hätte hiervon mit 615.496,20 € erheblich profitieren können. Insbesondere die Sanierung unserer Schulen könnten wir dann entschiedener vorantreiben. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass unsere Stadt angesichts leerer Kassen und eingeschränkter Handlungsspielräume auf jeden Euro angewiesen ist.

Schade, dass diese Chance, spürbar zu helfen, vertan wurde. Was bringt uns ein Heimatministerium, wenn die Heimatministerin lieber im ländlichen Raum Häusle baut und wachsende Städte wie Leverkusen hängen lässt?